Liebe Jugendliche,

wir leben in einer sehr schweren Zeit, ich habe in meinen mehr als 63 Jahren so etwas noch nie erlebt. Einige von Euch werden sich freuen, dass ab morgen schulfrei auf dem Programm steht, ich hätte mich früher wahrscheinlich auch gefreut. Diejenigen, die noch in diesem Monat mit dem Abitur ihre Schulzeit erfolgreich beenden wollten, werden das schon wieder etwas anders sehen. Sie haben sich auf die Prüfungen vorbereitet, Corona hat sie in ganzer kurzer Zeit ins Ungewisse getrieben. Allen, die vor einer Prüfung stehen, halte ich die Daumen, dass sie zeitnah und auch erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Wir, die Gesellschaft, haben Euch, die Jugendlichen, noch nie so gebraucht wie im Moment. Natürlich gilt es in erster Linie, den Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, den Rücken frei zu halten, damit sie Kranken helfen können. Diese Helfer sind oftmals auch Väter und Mütter, ihre Kinder müssen betreut werden. Dafür stellen Kindergärten und Schulen Notdienste zur Verfügung. Diese reichen aber bei Weitem nicht aus.

Eigentlich wären Opas und Omas gefragt, die sind aber wegen ihres Alters und möglicherweise auch wegen ihres Gesundheitszustandes derzeit bei der Enkelbetreuung nicht gefragt. Kinder und Jugendliche sind wohl am Wenigsten gefährdet, aber auch sie sollten nicht in größeren Gruppen zusammentreffen, denn es geht darum, die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Das Leben muss weiter gehen. Wir brauchen nicht nur die Angestellten im Gesundheitswesen. Viele andere tragen dazu bei, dass unser Leben funktioniert. Als Beispiel nenne ich die Mitarbeiter/innen im Lebensmittelhandel, die verhindern, dass wir verhungern. Oder den Müllkutscher, der unseren Abfall entsorgt.

Ihr Jugendlichen braucht auf Grund Eures Alters keine Betreuung, Ihr kriegt das gewuppt. Kinder müssen aber betreut werden, wenn deren Papas und Mamas zur Arbeit müssen. Und hier kommt Ihr ins Spiel. Es ist nicht meine Idee, mein Kumpel Frank hat mich darauf aufmerksam gemacht und er hat es im Radio gehört. Warum solltet Ihr Jugendlichen nicht die Betreuung Eurer jüngeren Geschwister, Eurer Cousins und Cousinen, Eurer Nachbarskinder oder der Kinder von Freunden übernehmen?

Ich bin überzeugt davon, dass Ihr das könnt und kann dazu ein gutes Beispiel liefern. Ich war Jugendleiter beim TUS Eisenbach und der JSG Eisenbach / Haintchen / Münster. Die gesamte Abteilung machte als Weihnachtsfeier einen Ausflug zur Polizei-/Sport- und Musikschau nach Frankfurt, die Polizei schickte 5 Busse für den Transfer Eisenbach – Ballsporthalle Frankfurt und zurück. Die A-Jugendlichen (ältesten) passten auf die Minikicker (jüngsten) auf, die B auf die F und die C auf E. Die „schwersten“ Fälle waren die D-Jugendlichen, auf die passte ich auf. Spass beiseite, das mit der Betreuung hat absolut super geklappt, man hatte zudem viel Spass miteinander und auch mit dem Programm der Show, ein geiler Tag.

Heute sind wir mit der Kinderbetreuung in einer Notsituation, weil Kindergärten und Schulen geschlossen werden. Also, solange die Kindergärten und die Schule geschlossen sind, solltet Ihr Jugendlichen ein Zeichen der Solidarität setzen und Kinder betreuen, wenn es erforderlich ist und Ihr gefragt werdet. Ich zähle auf Euch.

Liebe Grüße
Euer Schorsch Horz

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